
Nordkap - Helsinki
- die Feldwegpiloten

- 28. Juni
- 2 Min. Lesezeit
Bei starkem Rückenwind haben wir am 9. Tag unserer Reise Norwegen verlassen und schwungvoll die finnische Grenze überquert. Das Tagesziel, gemeinsam mit so vielen anderen Teams ein Lagerfeuer zu machen und dabei einen markierten Holzblock zu verbrennen, hat uns weiter Richtig Süden getrieben. Der vorgeschlagene Zeltplatz eines anderen Teams, war das offizielle Ziel unser heutigen Etappe auf der Straße. Nach ein paar Tagen Wildcampen, hat jedoch auch die Aussicht auf eine sanitäre Anlage einen starken Reiz auf uns verübt. Der Campingplatz war toll, die Dusche sauber und warm und obendrein gab es eine Sauna zum entspannen! Die Zeit vor dem Lagerfeuer wurde bestmöglich genutzt: Ein Getränk zum Ankommen, Dusche, Sauna und nochmals Dusche -herrlich! Insgesamt 65 Teams haben an diesem Tag den kleinen Campingplatz gestürmt, haben Erlebnisse ausgetauscht und sich gegenseitig mit Tipps und kleinen Reparaturen unterstützt. Sauber und zufrieden haben wir uns an diesem Abend, für eine weitere Nacht, in unseren alten T4 gekuschelt. Die Mittsommersonne ist im Juni nördlich des Polarkreises allgegenwärtig und ohne die Nähe zur atlantischen Küste, stiegen bereits am Morgen die Temperaturen im Bus. Wir nehmen es pragmatisch, schließlich befinden wir uns auf einer Rallye und hatten die nächste Tagesaufgabe und Road Mission bereits im Blick. Hatten wir Finnland noch als sehr schönes, grünes und seenreiches Land mit extrem vielen, aggressiven Mücken und sehr langen monotonen Straßen in Erinnerung, waren wir vom Einreisetag positiv überrascht. Lappland, im Norden Finnlands, gilt als Rentierzuchtgebiet der Samen, die die Tiere ungezäunt umherstreifen lassen. Ein ganzes Stück unsere Reise wurden wir von diesen Tieren, die zwischen Mai und Juni ihre Kälber zur Welt bringen begleitet. Nicht nur auf dem weitläufigen Gelände trifft man auf diese Tiere, wir haben einzelne Rentiere oder kleine Herden auch in Dörfern oder kleinen Städten angetroffen. Ganz selbstverständlich liefen sie zwischen den Häusern umher oder haben sich einen paar Gräser vor dem Einkaufsladen gegönnt. Wir waren auch am zweiten Tag in Finnland immer noch begeistert über die geringe Anzahl an Mücken, die Eintönigkeit der schier endlos langen Straßen hatte uns jedoch wieder eingeholt. Auch die Road Mission, die einen normalerweise entlang toller und abwechslungsreicher Landschaften geführt haben, wurde zu einer Fahrt der Lethargie. Etwas Abwechslung gab es durch kleine Dörfer, die niedlich aber auch durch viel Leerstand geprägt waren! Für weitere Abwechslung sorgte Basti, als er eine Pause und die auf 15 Grad angestiegenen Temperaturen für eine Abkühlung im See genutzt hat. Mit eisgekühlten Beinen und einem klaren Kopf ging es weiter. Noch bevor wir nach einer weiteren Nacht Wildcampen Helsinki erreichten, hatten wir in einem der vielen Souvenirs-Läden der Samen unser Glück beim Tauschen versucht. Nachdem die Jungs aus unserem Co-Team sich ein Rentierfell in XL gekauft hatten, hat uns die freundliche Sami ein Stück geräuchertes oder gepökeltes Rentierfleisch geschenkt. Unsere Chance witternd, haben wir ihr im Gegenzug den Lippenbalsam gegeben und schnell ein Foto gemacht. Wir fanden, dass zählt! Erst später kam bei uns die Frage auf wer Interesse an einem eingeschweißten, unbeschrifteten Stück Fleisch hat. Verdammt!



